„Die Sowjetzeit soll glänzen“

erschienen in Frankfurter Rundschau, am 21. August 2015

Es geht darum, wie die Sowjetzeit eingeebnet werden soll, eingeebnet in einen Diskurs der Nationenwerdungsgeschichte. Eine Geschichte, die bestimmte Abschnitte hat, auch düstere. Unter Putin wird die Sowjetzeit klein in ihrer Bedeutung, wenn der Blick aufs große Ganze fällt, sie wird vor allem wichtig zum Bedienladen für vertraute Symbolik. Heraus kommt das Ermuntern von Kommunisten und Neo-Stalinisten, die das Erinnern lieber ganz anders pflegen wollen. Auch an den Gulag. Sie haben Auftrieb wie nie. Das hat eine ungeheure Dynamik in der Gesellschaft ausgelöst – auch in ihrem Verhältnis zu Stalin.